09.04.2011 Schwerzenbach 13:00 UhrFrühjahrsrunde

FC Schwerzenbach - Juniorinnen C/9-U14  0:13 (0:4)

FC Schwerzenbach
Juniorinnen C/9-U14
Luana(Goalie)
Selina(C)
Ana
Mara
Meret
Andrea
Ramona
Jessica
Simona
Luisa
Natasa
Linda
Xenia
Tore:

15`Mara (0:1)    23`Luisa (0:2)    34`Luisa (0:3)    38`Jessica (0:4)    44`Selina (0:5)    46`Luisa (0:6)    47`Mara (0:7)    48`Xenia (0:8)    63`Linda (0:9)    66`Selina (0:10)   71`Mara (0:11)    72`Meret (0:12)    Eigenngoal (0:13)

Kantersieg in Schwerzenbach – trotz peinlichem Schiedsrichterauftritt

Bei erneut prächtigem Sommerwetter bestätigten die U-14 Spielerinnen der Blue Stars ihre ausgezeichnete Leistung beim Saisonauftakt und gewannen in Schwerzenbach diskussionslos mit 0:13. Zu Diskussionen Anlass gab hingegen der pitoyable Auftritt von Schiedsrichter Giovanni Niedda, der nach mehreren Fehlentscheiden Trainer Ossi vom Platz stellte – für die berechtigte Bemerkung eines Zuschauers.

Oscar Wilde meinte einmal, es sei nutzlos, die Mächtigen zu kritisieren: Solange sie mächtig seien, sei es gefährlich, und nachher sei es feige. Wie gefährlich es sein kann, offensichtliche Ungerechtigkeiten beim Namen zu nennen, haben wir heute erlebt. Daher lässt es sich ausnahmsweise nicht vermeiden, hinterher darüber zu schreiben. Giovi hatte offenbar vor dem Spiel schlecht geschlafen, vielleicht hatte er auch sein Frühstücksei versalzen. Jedenfalls suchte er schon vor Spielbeginn die Konfrontation und wollte den Match fünf Minuten vor der festgesetzten Zeit anpfeifen. Als Ossi ihn darauf hinwies, unser Team sei noch beim Einlaufen, zottelte er knurrend davon. Als es dann losging, erkannte er mehrmals auf Fouleinwurf unserer Mädels. Bei Durchbrüchen unseres Teams pfiff er wiederholt zu Unrecht ein Abseits. Beim dritten dieser Offside-Fehlentscheide – Linda war mindestens zwei Meter näher bei der Mittellinie als die letzte Verteidigerin, als Selina den Pass spielte, beschwerten sich die Fans. Darauf hatte Giovi offenbar nur gewartet. Wütend rannte er zur Seitenlinie, bot seine Pfeife an, wollte sie dann doch nicht abgeben, als Marco sich als Ersatzschiri anbot, wandte sich wieder ab und stellte dann Ossi vom Platz – weil ein Zuschauer den Fehlentscheid nochmals beim Namen genannt hatte! Ossi wehrte sich natürlich. Das nahm Giovi aber nur zum Anlass, einen Spielabbruch mit Forfait-Entscheid anzudrohen und einen Zuschauer mit einem Ausdruck aus der Fäkalsprache zu betiteln. Ein Forfait-Sieg seines Teams hätte ihm natürlich gepasst. Ossi liess sich aber nicht provozieren. Er übergab den Stab einem erfahrenen (um nicht zu sagen hochkarätigen) Trainer unter den Blue Stars-Zuschauern und verliess die Seitenlinie.

Die Mädels ihrerseits konterten das unverfrorene Verhalten des Schiedsrichters auf ihre Weise. Zwar hatten sie einander schon vor dem Anpfiff beim Abklatschen „Sieg“ zugerufen. In den ersten Minuten hatten sie sich mit dem Spiel auf richtigem Rasen allerdings noch etwas schwer getan. Nach dem unerfreulichen Zwischenfall wurden nun aber aus viel versprechenden Ansätzen gute Kombinationen. Zwar hatte man schon zu Beginn des Spiels Schüsse von Selina und Linda (2x) und auch einen Doppelpass zwischen Mara und Luisa gesehen. Etwas Zwingendes hatte sich jedoch noch nicht ergeben. Jetzt aber half die Empörung über die Ungerechtigkeiten bei der Konzentration. Terminatrice Mara liess eine erste Chance in der 13. Minute zwar noch aus. Zwei Minuten später konnte sie aber erneut aufs Tor laufen. Aus halblinker Position drückte unser Löwenherz ab und liess der Torhüterin keine Chance – es stand 0:1. Eine Minute später kam Ana auf Pass von Selina zu einer weiteren Möglichkeit. Beim Abwehrversuch hatte die Verteidigerin den Fuss auf Anas Kopfhöhe – vom Schiedsrichter ungeahndet. Im Gegenstoss kam die Schwerzenbacherin Alexandra zu einer guten Möglichkeit – ihr Schuss ging jedoch knapp an Lulus rechtem Pfosten vorbei. Jetzt hatten die Stars aber deutliche Feldvorteile. Mara sah ihren Schuss in der 19. Minute zum Eckball abgelenkt. Luisa scheiterte eine Minute später, nachdem sie einen missratenen Pass abgefangen hatte und aufs Tor zugestürmt war. In der 22. und 23. Minute kam Selina zu zwei dicken Chancen; ihr erster Schuss ging knapp am Pfosten vorbei, der zweite an die Latte. Gleich danach passte aber Ana wunderschön zu Luisa und diese verwertete das Zuspiel mit einem satten Schuss zum 0:2. Der Schiedsrichter fiel in der 23. und 24. Minute durch zwei weitere Offside-Fehlentscheide auf. In der 25. Minute liess er ein klares Foul an Selina an der Mittellinie ungeahndet, wohl weil unser Captain nach dem 0:1 zu ihren Mitspielerinnen gesagt hatte: „So reagieren wir.“ Aber auch dadurch liessen sich die Stars nicht aus dem Konzept bringen. In der 27. Minute hätte Linda auf Pass von Mara fast getroffen, eine Minute später konnten die Schwerzenbacherinnen einen Schuss Luisas zum Corner abwehren. Weitere Chancen hatten Mara (30.) und Luisa, die aber nach einem langen Pass Seses und einer sehenswerten Flanke Maras mit dem falschen Fuss schiessen musste und vergab (33.). Kurz darauf war aber fertig getändelt; Luisa lief links durch und krönte ihre Einzelaktion mit dem 0:3. Von jetzt an lief die Blue Stars-Maschine wie geschmiert. Meret timte in der 35. Minute einen Pass supergenau auf Mara; deren Schuss ging knapp am Tor vorbei. Drei Minuten später zeigte Linda auf dem rechten Flügel, wie schnell sie ist. Geschickt lief sie aussen an der Verteidigerin vorbei und flankte. Jessy war in den Slot – die gefährliche Zone vor dem Tor – gerannt und hatte keine Mühe, Lindas Zuspiel zum 0:4 zu verwerten. Wie im letzten Matchbericht prophezeit, kam Jessy damit in der U14 zum ersten Tor in der Meisterschaft, und Ossi hob mitsamt seinem Liegestuhl etwa 1,8 m vom Boden ab. Der Kasten kostete ihn und Cindy übrigens 10 Mäuse. Mit dem 0:4 ging es in die Pause.

Als die Spielerinnen aus der Kabine zurückkamen, lief Selina zur Kurve und ermahnte die Fans, sie sollten aufhören zu diskutieren jetzt (!). Der anonyme Erfolgstrainer liess nun zunächst Simona auf der Position von Ana, Xenia für Ramona und Nataša für Andrea auflaufen. Auch diese Variante führte zu sehr effizientem und druckvollem Spiel der Blue Stars, mit einer Ballbesitzquote, bei der selbst Pep Guardiola gelb würde vor Neid. In der 44. Minute konnte Linda eine Ecke treten. Sie passte kurz zu Selina und diese traf aus spitzem Winkel zum 0:5. In der 45. Minute konnte Luisa nach einem schönen Flankenlauf von Mara das Zuspiel von Sese noch nicht verwerten. Eine Minute später passte Mara sehr schön zu Nataša, diese spielte zu Luisa und unsere wendige Stürmerin erzielte mit dem 0:6 bereits ihr drittes Tor an diesem Nachmittag und damit einen Hattrick. Die Schwerzenbacherinnen, die bislang gut gekämpft hatten, stiessen nun an konditionelle Grenzen. Was noch auf das blaue Tor kam, wurde von der Abwehr oder dann von Goalie Luana unschädlich gemacht. Lulu gefiel erneut durch gutes Stellungsspiel. Sehr gut funktionierte auch die Zusammenarbeit zwischen ihr und ihren Vorderleuten. Im Angriff überstürzten sich jetzt die Ereignisse. In der 47. Minute spielte Selina einen wunderschönen Pass über den halben Platz, wo Mara in den Rücken der gegnerischen Verteidigung lief, aufs Tor zustürmte und das 0:7 markierte. Eine Minute später hoben Mara und Luisa die gegnerische Abwehr mit einem Doppelpass aus den Angeln. Den Abpraller verwertete Verteidigerin Xenia mit einem herrlichen Schuss zum 0:8.

Kurz darauf verfehlte Linda das Tor nur knapp (50.), während Mara nach einem Schuss von Meret ihren Nachschuss vom Goalie pariert sah. Noch in der gleichen Minute (51.) donnerte Luisa den Ball ans Lattenkreuz. Das Metall rettete die Gegnerinnen auch in der 52. Minute, als Linda nur den Pfosten traf. Weitere Chancen hatten Mara in der 55. und Meret in der 56. Minute, deren Schuss nach einem Doppelpass zwischen Mara und Jessy knapp rechts am Pfosten vorbei ging. In der 63. Minute kamen die Schwerzenbacherinnen zu einem Eckball. Die Abwehr geriet zur Vorlage für Linda, die an der Mittellinie der gegnerischen Verteidigung enteilte und cool auf 0:9 erhöhte. Nun gab es Möglichkeiten zuhauf. Teils scheiterte man wegen ungenauer Pässe oder auch wegen überhasteter Schussabgaben, aber den Fans gefiel es trotzdem. Das Stängeli füllte schliesslich Selina nach einem Lauf durch die Mitte und einem unbedrängten Flachschuss in der 66. Minute. Der kleine Leon rief nun lauthals: „Schiedsrichter – altä Stock.“ Dieses Urteil kam allerdings ein bisschen spät, denn seit dem 0:3 war die Schiedsrichterleistung durchaus in Ordnung gewesen. In der 71. Minute passte Meret perfekt auf Mara und diese drosch das Leder wuchtig zum 0:11 ins rechte Lattenkreuz. Eine Minute später wurde gar noch das Dutzend voll: Lulu, die sonst viel Zeit hatte, den Vögeln zuzuhören, erlief sich einen gefährlichen Ball, kickte ihn in die gegnerische Platzhälfte zu Selina, diese passte zu Jessy, die das Leder zu Meret weiterschob. Die neue Abwehrchefin, die mit ihrer ausgereiften und vielseitigen Spielweise an Philipp Lahm von Bayern München erinnert, krönte ihre hervorragende Darbietung mit einem satten Schuss zum letzten Goal des Spiels.

Die U14 bestätigte mit der heutigen Leistung, was sie im ersten Meisterschaftsspiel bereits angedeutet hatte. Die Automatismen funktionieren sehr gut, die Spielerinnen sind auf hohem Niveau sehr ausgeglichen und jede von ihnen ist für ein Tor gut. Man denkt beim Zuschauen unwillkürlich an das grosse Ajax Amsterdam der 70er Jahre zurück. Die Basis für den Erfolg schafft die gute Stimmung im Team. Die wiederum zeugt von der Qualität des Trainers, aber vor allem auch von der Reife der Spielerinnen, die mit schwierigen Situationen in so abgeklärter Weise umgehen, dass sich noch mancher Erwachsene eine dicke Scheibe davon abschneiden könnte.

Matchbericht: Roger „die Feder“ Weber
Bilder: Cindy „das Auge“ Finke

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5:0 von Selina
5:0 von Selina
























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