23.06.2012 Winterthur - Schützenwiese 11:00 UhrCup Spiel

SG Thayngen/Neunkirch - Juniorinnen B/9-U16  0:3 (0:3)

SG Thayngen/Neunkirch
Juniorinnen B/9-U16
Blue Stars U16 gewinnt Cupfinal

Mit einem überlegen herausgespielten 3:0 gegen das junge Team der SG Thayngen/Neunkirch holte sich Päde Reymonds U16 im Jubiläums-Cupfinal des Regionalverbandes auf der Winterthurer Schützenwiese nach der Meisterschaft und dem Duisburger Wedau-Cup den dritten Titel des Jahres.
Zum 100-jährigen Jubiläum des Fussballverbandes der Region Zürich waren alle Cupfinalpartien auf das gleiche Wochenende angesetzt, so dass sich am 23. und 24. Juni 2012 alle Erfolgreichen der Saison auf der Schützenwiese in Winterthur zu einem richtigen Fussballfest trafen. Das Spiel unserer U16 war zwar erst auf 11.00 Uhr angesetzt. Dennoch begann der Tag für die Blausterne früh, denn Franz und Nelly hatten auf 7.15 Uhr nach Stallikon zu einem gemeinsamen Frühstück eingeladen. Das ganze Team und sein Anhang durfte sich dabei am grossen Tag von einem Bus chauffieren lassen, den der FVRZ organisiert hatte. Zur Begrüssung gab es für alle ein königsblaues Erinnerungs-T-Shirt, das für einen einheitlichen Auftritt in der Fremde sorgte.
Die Bedingungen in Winterthur waren nahezu ideal: Schönes Wetter, ein guter Rasenplatz und ein Team, bei dem nur zwei Spielerinnen wegen Krankheit oder Verletzung fehlten. Natürlich waren Noë und Ysi trotzdem mit dabei und fieberten mit den Blausternen. Anders als noch vor Wochenfrist im Meisterschaftsspiel gegen den gleichen Gegner mit dem knappen 1:0 - Heimsieg wechselte Trainer Päde vom 3-3-2 zum äusserst effektiven 3-4-1+ zurück, welches sich besonders gut für das eher breite, dafür ziemlich kurze Spielfeld eignete. Franco und Dani hatten ihren Schaffhauserinnen offensichtlich mitgegeben, sich nicht zu verstecken. Jedenfalls suchten sie den Spielaufbau der Blues von Beginn weg früh zu stören und die Kurzpässe schon auf Höhe der Abwehr zu unterbinden. Dennoch entwickelten die Blausterne von Anfang an viel Druck, wobei sie auf Pässe in die Tiefe oder die gefürchteten Läufe von Linda und Sara (S.) über die Seiten setzten. Nachdem es den ersten Versuchen noch an Genauigkeit gefehlt hatte, setzte sich Bibi nach einem herrlichen Steilpass von Sara in den zentralen Strafraum gekonnt gegen die Thaynger Abwehr durch und erzielte mit einem satten Flachschuss das 1:0 in der 6. Minute. Teile ihres SMS-Verkehrs wurden kürzlich auf Umwegen den Medien zugespielt. Darin wurde sie damit gefoppt, ihr Laufstil gleiche demjenigen des schwedischen Superstars Zlatan Ibrahimovic. Der Unterschied sei auch nicht gross, meinte sie darauf trocken: „Er ist Ibi, ich bin Bibi.“ Ab heute passt jedenfalls auch Zlatans Vorname zu ihr, denn er bedeutet „golden“ und Gold war auch ihr Tor wert, denn es erlaubte den Stars, ihr bevorzugtes Spiel mit Kurzpässen und überraschend ausgelösten Angriffen zu spielen. Die Reaktion der Thayngerinnen auf den Rückstand auf das Tor war allerdings heftig. Mehrmals kamen sie durch Lea und Tamara dem Strafraum der Blues gefährlich nahe, die jeweils von der technisch starken Salome geschickt eingesetzt worden waren (4., 7.). Unsere Verteidigung mit Captain Lore im Zentrum und Joelle und Mara auf den Seiten hielt dem Druck aber Stand. Ein Freistoss von Alisha in der 7. Minute landete in der blauen Mauer, der Nachschuss bei Lore, die die Situation bereinigen konnte. Im zentralen Mittelfeld zeigte sich, wie sich die einzeln schon beträchtliche Wirkung von Thamon und Sese verstärkt, wenn die beiden nebeneinander spielen. Thamon erfreute die Zuschauer in der 13. Minute gar mit dem Zidane-Trick. Es war vor allem Salome und der Thaynger Abwehrchefin Alisha zu verdanken, dass das Duo vorerst keine weiteren Chancen für die Blues kreierte. In der 15. Minute kam es nach einer Unachtsamkeit der Blausterne fast zu einem Gegentor - zum Glück hatte Nathi aufgepasst und konnte sich den Ball schnappen, bevor Selma zum Schuss kam. Zwei Minuten später erlief sich Bibi dank ihrer Schnelligkeit einen langen Ball, passte quer zu Linda, diese konnte aufs Tor ziehen, traf aber mit ihrem Schuss nur die Latte. In der Folge gab es Chancen auf beiden Seiten: Nathi, einmal mehr grosse Klasse, konnte aber einen Schuss Salomes parieren (18.), Alishas Freistoss traf Joelle an den Kopf (20.), Sara zog ihren Weitschuss in der 24. Minute knapp neben das Thaynger Tor und die inzwischen eingewechselte Dominique setzte ihren Versuch nach Leas Flanke über Nathis Gehäuse (26.). Nach einem schönen Durchspiel mit Thamon hatte Sese dann in der 29. Minute nur noch Goalie Sibylle vor sich. Ihr satter Schuss traf den Fuss der Torhüterin und flog in hohem Bogen über diese hinweg Richtung Tor. Dort schlug er mit so viel Drall hinter der Linie auf, dass er ins Spielfeld zurückkehrte. Sara eilte von der linken Seite heran, setzte das Leder erneut über die Linie und entzog damit allen möglichen Diskussionen den Boden. Auch wir fordern jetzt aber den Chip im Ball, die Torkamera oder dann wenigstens den 17. Offiziellen. Mit dem komfortablen 2:0 - Vorsprung trat auch eine gewisse Beruhigung ein. Nathi hielt einen weiteren Freistoss von Alisha sicher (32.). Auf der anderen Seite musste Sibylle einen Schuss Seses über die Latte lenken (35.). Ein weiterer Steilpass durch die Mitte brachte dann die Vorentscheidung: Sese hatte Cécile mit einem präzisen langen Ball bedient, diese konnte sich von der Abwehr lösen und den Ball ins tiefe linke Eck zum 3:0 versenken.
Nach der Pause gab der Stadionspeaker die Zuschauerzahl mit 51‘000 an (oder waren es 150?). Auf dem Feld ging es nun darum, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Päde brachte nun zur Freude der Fans neben nach Duisburg zum ersten Mal wieder einsetzbaren Stürmerin Sere nun auch Rückkehrerin Sarah K. und selbst Sonia, die seit Monaten kein Spiel mehr hatte bestreiten können. Auf der rechten Abwehrseite kam Alex zum Einsatz. Dafür spielte nun Joe auf der rechten Aussenbahn im Mittelfeld, gab dort dem Spiel erstaunliche Impulse und gewann zahlreiche Zweikämpfe. Die besseren Chancen hatten auch jetzt die Blues, so als der Goalie einen Freistoss von Sese gerade noch wegfausten konnte und kurz danach die erneut stark auftretende Verteidigerin Mara einen Eckball Seses volley neben das Tor setzte (47.). Oder auch als Thamon den Ball eroberte, durch die Thaynger Abwehr lief und den Goalie mit ihrem herrlichen Schuss zu einer Glanzparade zwang (49.). Die Schaffhauserinnen bemühten sich weiter, zeigten auch schöne Doppelpässe, scheiterten aber spätestens an Nathi, wie etwa in der 53. Minute, als sie einen Freistoss Valeries um den Aussenpfosten herum lenkte. Mit zunehmender Temperatur und abnehmender Restspielzeit verlegten sich die Blausterne darauf, das Spiel zu kontrollieren. Gefährlich wurde es auf beiden Seiten meist nur noch bei Distanzversuchen, etwa bei einem Weitschuss von Mara, der knapp über dem Lattenkreuz ins Aus flog (52.), bei Schüssen von Alisha, die rechts neben das Tor oder darüber gingen (63., 74.) oder aber in Nathis Armen landeten (78.), oder beim Versuch Saras kurz vor Schluss, den weit vor dem Gehäuse postierten Goalie mit einem Weitschuss zu überlisten. Gefährliche Kombinationen sah man nur noch wenige. Eine davon nach einem Durchspiel von Bibi und Sese konnte Lara klären (61.), und die Ecke Bibis, die Sara prächtig zu Sese weitergeleitet hatte, wurde zur Beute der Torhüterin (75.).
Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel keine Grenzen. Einige Unverbesserliche stürmten mit Fahnen auf den Platz. Captain Lore durfte anschliessend den Pokal in die Höhe stemmen, während die Blues auf dem improvisierten Podest ihren „Wär-nöd-gumpet-isch-kein-Zürcher“-Tanz vollführten, so dass das Podest hinterher aus dem Spielfeld ausgegraben werden musste. Captain Lore erkundigte sich sogar noch auf der Rückfahrt ständig nach ihrem „Baby“. Unser Respekt gilt aber den Gegnerinnen, die gut gekämpft und zu einem attraktiven Spiel beigetragen haben. Ihr sehr junges Team mit je zwei Spielerinnen der Jahrgänge 98 und 99 wird man in Zukunft weiterhin beachten müssen, wie neben dem Erreichen des Cupfinals auch der zweite Platz in der Meisterschaft beweist. Es wäre schön, wenn viele fussballbegeisterte Mädchen im Raum Schaffhausen einmal bei Franco und Dani vorbeischauen würden - Spass und Erfolg sind dort garantiert.
Matchbericht:
Roger Weber

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