Saison 2005/2006 ( Archiv 2005/2006 )

Saison 2005/2006

Frauen 3. Liga - Gruppe 1, Stärkeklasse 1

2. Mannschaft, Vorrunde
2. Mannschaft, Vorrunde

Hintere Reihe v.l.n.r.: Anina Schneider, Shqipe Dermaku, Viviane Bischoff, Gesualda Prati, Raika Toper, Lakisha Baumgartner, Nina Hauser, Amanda Künzle

Vordere Reihe v.l.n.r.: Fredi Leiser (Trainer), Marisa Weber, Sandra Burgener, Xania Stocker, Sevim Irmak, Gina Mangold, Fabienne Reusser, Valentina Vara

2. Mannschaft, Frühjahrsrunde
2. Mannschaft, Frühjahrsrunde

Hintere Reihe v.l.n.r.: Fredi Leiser (Trainer), Eli Floric, Gina Mangold, Nina Hauser, Amanda Künzle, Xania Stocker, Stephi Bickel, Marisa Weber, Sevim Irmak
Vordere Reihe v.l.n.r.: Jacky Araya, Raika Toper, Jessica Guntli, Anneli Bamberger, Rushiell Ann Santoro, Nora Roci, Lakisha Baumgartner.
Es fehlen: Fabienne Reiser, Valentina Vara, Anahi Aeschlimann

NEWS (Archiv 2005/2006)

5. November 2005, Neue Zürcher Zeitung

Fünf Fallbeispiele aus dem Zürcher Jugendfussball

Mein erster Fussballtrainer hat mir beigebracht, dass niemand auf der Welt unentbehrlich ist. In meiner zweiten Mannschaft lernte ich, dass man mit jedem Menschen zusammenspielen kann (wenn man will). Im dritten Klub merkte ich, dass man in manchen Lebenssituationen eine gewisse Härte braucht, im vierten, dass man auch als Spieler mal Nein sagen können muss. So habe ich in zwanzig Jahren Klubfussball neben dem schwächeren Fuss immer auch das Zusammenleben trainiert, und heute bin ich überzeugt, dass Teamsport gerade für Kinder und Jugendliche etwas vom Besten ist, was ihnen passieren kann. Allerdings war ich inzwischen auch zwanzig Jahre an keinem Nachwuchsfussball-Match mehr - Zeit also, meine These wieder einmal zu überprüfen.

Oli, Stojan, Mattia

  Samstag in Zürich Affoltern.......

 


Shqipe 

  Sonntag in Zürich Altstetten. Das zweite Frauenteam des FC Blue Stars spielt auf dem Sportplatz Buchleren den FC Embrach an die Wand. 7:0 steht es bei Halbzeit, zirka doppelt so viel am Schluss. Rechte Aussenverteidigerin spielt bei den Blauen die Kosovo-Albanerin Shqipe. Sie steht erstmals in ihrem 17-jährigen Leben in einer Startaufstellung, steht darum ab und zu falsch, ihre Tacklings sind zu ungestüm, beim Einwurf schleudert sie die Bälle den Mitspielerinnen um die Ohren statt in die Füsse. «Macht nichts, Shqipe!», ruft Fredi Leiser, der Trainer, «mach weiter so!» Shqipe lacht verlegen, wirft sich wieder ins Getümmel, unauffällig beaufsichtigt von der Abwehrchefin mit der Nr. 5, die gegen hinten absichert und Spielpausen zu Crash-Kursen in Taktik nützt: «Du musst hinter deine Gegenspielerin stehen, Shqipe! Und viel näher ran!»

  Kaum ist der Schlusspfiff verhallt, humpelt die kämpferische Debütantin glücklich, aber leicht gehetzt von dannen. Anders als ihre Teamkolleginnen, die vorwiegend im Verkauf arbeiten, muss sie dringend nach Hause, um für diverse Schulprüfungen zu lernen. Shqipe ist vor fünf Jahren in die Schweiz gekommen, hat vor zwei Jahren den Sprung aus der Sek A ins Gymnasium geschafft, muss nun aber die 2. Klasse wiederholen und steht deshalb unter Leistungsdruck. Die Eltern unterstützen zwar diese noch in Kosovo geborene Fussball-Leidenschaft, «aber wenn ich aus der Schule fliegen würde, wäre das der Weltuntergang.» Denn Bildung ist in Shqipes Familie eine Überlebensstrategie. Der Vater ist Arzt, arbeitet im Moment noch als Pfleger und holt nebenher die fehlenden Schweizer Abschlüsse nach, die Mutter hat sich von der Laborantin zur Hotelfachassistentin fortgebildet, der Bruder hat eben ein Jus-Studium begonnen.

  Zu den Blue Stars ist Shqipe «durch Herumfragen» gekommen. Die Frauenabteilung dieses Vereins gilt als vorbildlich, «und es ist wirklich unglaublich, wie mir hier alle helfen». Eigentlich möchte sie Stürmerin spielen, aber sie akzeptiert es ohne weiteres, wenn der Trainer sagt, dass sie das Mannschaftsspiel aus der Perspektive einer Verteidigerin besser erlerne. «Wenn ich im Fussball alles gebe, bekomme ich auch viel zurück», erklärt Shqipe. «In der Schule ist das nicht immer so.» In Kosovo und auch noch in der hiesigen Sek gehörte sie immer zu den Besten, doch jetzt kämpft sie plötzlich mit Prüfungsangst, fühlt sich unter ihrem Wert behandelt, nicht von den Lehrern, aber vom Leben. «Das Schlimmste ist», sagt sie, «dass ich nicht mehr weiss, wo meine Stärken sind. Sogar als wir kürzlich in Biologie getestet haben, welche Gehirnhälfte unsere bessere ist, bin ich in der Mitte stecken geblieben.» So weiss Shqipe auch nicht, was aus ihr werden soll. Nur schaffen will sie es, im Fussball wie im Leben.

Sanakay

  Mittwochabend in Zürich Seebach......
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Tagträume von Profikarrieren, Probleme zwischen Schule und Sport, der Fussballplatz als Testgelände erwachenden Selbstbewusstseins . . . - das alles kommt mir bekannt vor. Trotzdem würde ich auf dem Fussballplatz noch so gern wieder von vorne anfangen.

Richard Reich

Willkommen bei uns: Aeppli Tamara (Jahrgang 1990), Betschart Sandra (1987), Guntli Jessica (1987), Guntli Rebecca (1987) Santoys Rushiell (1982) Steiger Sarah (1984) und Araya Jacqueline (1980)!
Die Blue Stars Frauen, 2.Mannschaft, jung und sieges-
hungrig sucht für die neue Saison dringend einen GOALIE,
damit wir mit unserem Team auch in der 2.Liga eine gute
Figur machen werden!
Falls Du uns helfen kannst, melde Dich baldmöglichst
unter 079/468 56 49.
Wir freuen uns schon heute, Dich kennenzulernen!

Trainer, Fredi Leiser

Nachdem die 2. Mannschaft, nach schwachen Leistungen im Frühling, das Kunststück fertig brachte, einen Vorsprung gegenüber Veltheim zu verlieren, und dadurch den Abstieg, nach einem 0:4 im Vergleich mit dem direkten Konkurrenten, nicht abwenden konnte, war nach dem Trainerwechsel klar, dass nur der direkte (Wieder-)Aufstieg das Ziel des Vereins sein konnte. Das sehr kleine Kader (ohne Nora, Alma, mit Lakisha) musste ohne Vorbereitungsspiel in die Meisterschaft, und schon das 1. Spiel gegen den späteren Gruppensieger Kloten ging mit 1:2 verloren. Der Trainingsbesuch war während der ganzen Vorrunde harzig, sodass sich manchmal nur 6 Damen zum Training eingefunden haben. Nach dem Übertritt von Andrea zu Horgen, mussten wir zudem die ganze Vorrunde ohne einen Stammgoalie (besten Dank an Sevim, Lea und Sabi) auskommen. Nach den ersten Siegen wurde in Niederweningen (Gruppenzweiter) eine weitere unnötige Niederlage erspielt. Bis zum Ende der Vorrunde konnten wir immerhin aus 11 Spielen 24 Punkte (6 Punkte wurden später durch den Rückzug von Birmensdorf und Affoltern am Albis annulliert) erkämpfen. 33 Spielerinnen (4 Spielerinnen brachten es immerhin auf 10 Spiele!) aus dem 1, 2 und U-18 wurden im Reserveteam eingesetzt, wobei das „miteinander“ in diesem Team überraschend gut funktionierte. Höhepunkte (Einsiedeln, Embrach, YF/Juve 1. Halbzeit) folgten auch schwache Spiele (Niederweningen, Regensdorf, Oberglatt) und der 4.Vorrunden-Rang lässt immerhin den Traum des Aufstiegs in unseren Köpfen verankern..

Nach meinem provisorischen Rücktritt auf Ende der Vorrunde habe ich in den letzten Wochen wieder Hoffnung geschöpft, nachdem einige neue Spielerinnen (u.a. sechs Damen vom FC Birmensdorf) den Uebertritt in unser Team machten. Neue Motivation (ich bleibe natürlich bei dieser tollen Mannschaft!) lassen uns hoffen, „mit einem neuen Goalie, den wir zurzeit intensiv suchen“, in der Rückrunde gegen die 11 Gegner (Kloten, Niederweningen, YF/Juve, Einsiedeln und Embrach aus unserer Gruppe, Egg, Seuzach, Team Herrliberg-Meilen, Lohn, Stäfa 2 und Effretikon aus der anderen Gruppe) zu bestehen, und einen Rang zwischen 1 und 4 (=Aufstieg) zu bewerkstelligen. Falls sich das Team bewusst ist, dass ab Januar ein regelmässiges Training (zweimal pro Woche) nötig ist, bin ich für einen (Wieder-)Aufstieg optimistisch, denn wir haben in der Vorrunde noch nicht unser Potential ausgeschöpft. Eine 2.Mannschaft zu führen hat auch seine Tücken, da in unserem Verein das „Eis“ und die U-18 in der Vorrunde mit Siegen nicht verwöhnt wurden. Nebst der Ausbildung ist die Kameradschaft ein wichtiger Teil einer Mannschaft, sodass nicht nur Siege die Ziele des Trainers sind. Aber wenn alle am gleichen Strick ziehen, sind unsere Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft. Der Kontakt mit einem NZZ-Reporter während des Spiels gegen Embrach, hat unserem Team mit dem Bericht von „Shqipe“ gut getan.

Die Zusammenarbeit  mit Maja und Franz, welche in ihren Teams auch viel Arbeit leisten müssen, zahlen sich vielleicht in den Rückrunden-Spielen im Frühling aus!

Fredi Leiser, Trainer FC Blue Stars 2